Informationen zu INABI

Zwei Umstände tragen entscheidend dazu bei, dass präventive und therapeutische Angebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen und chronischen körperlichen Erkrankungen nicht ihren maximalen Effekt auf Bevölkerungsebene erzielen können. Dies sind zum einen ein eingeschränktes Hilfesuchverhalten und geringe Inanspruchnahmeraten unter denjenigen, bei denen ein Bedarf zur Prävention oder Behandlung besteht, und zum anderen eine geringe Adhärenz und hohe Dropoutraten unter denjenigen, die eine Intervention tatsächlich beginnen.
Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es deshalb, die Grundlagen für eine Verbesserung der Versorgung im Kinder- und Jugendbereich zu schaffen, indem die beiden genannten Umstände in zwei wissenschaftlichen Studien adressiert werden. Konkret werden dabei die folgenden Ziele verfolgt:

Studie 1 ist eine Interviewstudie und zielt auf die Identifikation von Faktoren die zu Non-Adhärenz und Dropout in unterschiedlichen Interventionen beitragen. Diese umfassen präventive und therapeutische Angebote für unterschiedliche Erkrankungen und werden zum Teil im konventionellen Setting und zum Teil über das Internet („E-Health“) durchgeführt. Es wird erwartet, dass sich sowohl spezifische als auch interventions-, setting- und krankheitsübergreifende Faktoren ermitteln lassen. Dadurch wird ermöglicht, konkrete Optimierungsmöglichkeiten für die zukünftige Versorgung von Kindern und Jugendlichen abzuleiten.

Studie 2 zielt auf die Reduktion von Barrieren, die mit einer eingeschränkten Hilfesuche und Inanspruchnahme professioneller Hilfe assoziiert sind. Es wird erwartet, dass zwei neu entwickelte Kurzinterventionen zu einer Verbesserung der intendierten Inanspruchnahme professioneller Hilfe im Falle von verschiedenen psychischen Problemen (z.B. Angst, Depression, Essstörungen) beitragen. Im Erfolgsfall können diese in bestehende präventive und therapeutische Angebote integriert werden und so längerfristig zu einer Vergrößerung von deren Reichweite beitragen.